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Motörhead - Bad Magic - Review

Viele Motörhead Reviews beginnen oder enden oftmals mit den Worten: "Wo Motörhead draufsteht, ist auch Lemmy drin" Diese oder ähnliche Formulierungen gibt es zu Hauf und nicht selten beugen sich Schreiberlinge der allgegenwärtigen Macht einer der legendendersten Bands im Rock-Business.

Was soll's, denn Motörhead Reviews sind in der Tat nur Packungsbeilagen für eine Droge, deren Nebenwirkung längst bekannt ist. Motör-Droge einschmeißen und ab geht der Lemmy! Wen interessieren hier Definitionen?  Wen interessiert schon der bittere Nachgeschmack des dreckigsten Rock'n'Rolls auf Erden? Niemand! Dreck'n'Roll muss schmerzen, Ecken und Kanten vorweisen und vor allem im Herz brennen. Bei allem erdenklichen Kult, Motörhead-Alben besitzen und besaßen schon immer eine gewisse Tendenz, die sich dadurch äußerte, dass der "motörheadsche" Dreck'n'Roll entweder locker ins Blut ging oder alles gnadenlos wegballerte, will heißen, es gibt durchaus Alben, die bekam man auch nach dem zehnten Durchkauen einfach nicht geschluckt! Kar, wo Motörhead draufsteht usw. - hatten wir ja bereits. Der Kult lebt, lebte und in den letzten Jahren lebte er sogar so sehr, dass man vom Chef kaum noch frei bekam, weil Barbara aus der Verwaltung ihre Motörheadkarte einen Tag vorher auf den Tisch legte, um dem wichtigsten Konzert des Jahres beizuwohnen. 

Wie sieht's nun eigentlich mit "Bad Magic" aus, dem Hauptgrund dieser Zeilen?  Erster Eindruck: Zum Teufel noch mal, das Material bleibt hängen, und wie es hängen bleibt! Bevor ich hier noch lange herumlamentiere, übergebe ich den Stift  an unseren Torsten sowie an unseren Zottel.

Dirk


The Show must go on! Motörheadbangers aller Länder vereinigt Euch, um diesem vertonten Rockgestein zu huldigen. 40 Jahre und kein bisschen leise. Mir kommt es vor, als ob diese Scheibe - nach den vielen schlechten Nachrichten über Godfather Lemmy‘s Gesundheitszustand - genau zum richtigen Zeitpunkt erscheint. Völlig frisch und mit punkig rockiger Attitude geht’s hier mit 13 Geschossen so richtig rund. Die Songs kommen alle mit einer Spielzeit von ca. zweieinhalb bis dreieinhalb Minuten daher und beweisen einmal mehr, dass das genau die richtige Spielzeit für eingängige Rocksongs ist. Mit den Appetizern „Electricity“ und „Thunder and Lightning“ wurde unser Hunger bereits vorab gestillt und man konnte wirklich nur Gutes erhoffen.

Genau das ist jetzt in Form von „Bad Magic“ geschehen. Motörhead forever! Mit dem Opener „Victory Or Die“ geht’s gleich im Vollgastempo los. Ein fetter Rocker, mit einer einleitenden Kampfansage von Lemmy, die „Victory Or Die“ lautet und vom Meister persönlich auf den Punkt rausgeknarzt wird. Jaaaaa, genau so soll es sein. Bei den schnelleren Songs, wie z.B. dem Opener, Thunder and Lightning, Electricity und Teach Them How, gibt eindeutig Mikkey Dee den Takt vor. Man hört es dem Spiel förmlich an, dass er Lemmy und Phil regelrecht anstachelt, damit Beide verdammt noch einmal  schneller spielen. Ich könnte mir vorstellen, dass Lemmy  an so manchen Stellen sagte: „Bist du irre Mikkey?“ Hahahah.

Straighte Songs wie z.B. „Fire Storm Hotel“ fehlen auch nicht auf dem aktuellen Longplayer. Es macht definitiv Spaß den neuen Songs zu lauschen und mit „The Devil“ beweisen Motörhead auch, dass es groovig geht, wobei dieser Song - trotz prominenter Unterstützung von Brian May - etwas unspektakulär wirkt. Gleich darauf gibt’s mit dem Punker „Electricity“ gewaltig eins mit dem Hahnenkamm. Kurz und auf den Punkt genau, ist in zwei Minuten und 16 Sekunden der eben genannte Kopfschmuck flach gelegt. „Evil Eye“ weis mit seiner recht flotten und ebenfalls punkigen Spielweise sowie den zwei Vokal-Charakteren sehr zu überzeugen. Sau geil arrangiert und von Lemmy überzeugend umgesetzt. Ein Highlight vor dem Herrn gibt es mit „Till The End“ zu hören. Eine waschechte Gänsehaut-Ballade, die mit einer sehr traurigen Grundstimmung aufwartet und von Lemmy dementsprechend gefühlvoll interpretiert wird. Da bleibt kein Auge trocken, das kann ich euch versprechen! Diese Art von Songs liegen Motörhead, da kann man sagen was man will. Für meinen Geschmack könnte auf jedem Motörhead-Album eine von diesen Balladen sein.

Die nachfolgenden Tracks sind allesamt reinrassig & typische Motörhead Songs, bei denen man hin und wieder bekannte Arrangements heraushört. Das stellt aber überhaupt kein Problem dar, denn man nimmt ab und zu coole Dinge wahr, wie z.B. in „Tell Me Who To Kill“ das melodische Basspiel. Bei „When The Sky Comes ….“, sticht zum typischen Motörhead Sound der melodisch umgesetzte Gesang positiv heraus. Mit „Sympathy For The Devil“ wird "Bad Magic" abgeschlossen. Hiermit geben die Herren eine Coverversion von den Rolling Stones in fast reinster Form zum Besten. Natürlich im Stile von Motörhead, wie kann es auch anders sein. Interessante Version, die zu Überzeugen weiß. Fazit: Das neue Album ist und bleibt Motörhead (ha - das ist sie, die Eingangs erwähnte Formulierung - Anm. Red.), klingt frisch und vor allem gesund und ist somit eines der besten Alben der letzten Jahre. Bitte Motörhead, bleibt der Welt noch lange erhalten!

Ich ziehe meinen Hut vor lauter Respekt…… 9 fette Talker

Torsten


1975 gründete sich Motörhead, also vierzig Jahre und kein bisserl leise. (pa - das hatten wir schon mal - Anm-Red.) Jawohl - "Bad Magic" heißt ihr neuster Streich. Eines vorweg - das Album klingt frischer denn je! Die Scheibe startet mit der furztrockenen Ansage: "Victory Or Die" von Lemmy. Das ist auch schon die erste Nummer, und bei dieser Aussage gibt es wohl keine Fragen mehr! Als Track Nummer zwei, speist man dem geneigten Motörhörer "Thunder & Lightning" in die Gehörgänge ein. Ein sehr schneller Track, der ebenfalls sofort zündet, ist mit seinen etwas über drei Minuten nicht zu lang oder zu kurz. Weiter geht es mit dem "Fire Storm Hotel", einem dreckigen Rock 'n' Roller, auf dem die Jungs ein klein wenig vom Gas gehen. "Shoot Out All Of Your Lights" wird durch ein kurzes Drum-Intro von Mikkey Dee eingeleitet, bevor der Song so richtig Fahrt aufnimmt. Song Nummer fünf ("The Devil") hat einen echt starken Rhythmus und Brian May (Queen) spendiert uns hier sogar ein kleines Solo, alles in allem kurz und knackig!

Mit "Electricity" geht der Fuß wieder in Richtung Gaspedal. "Evil Eye" wird dann auch noch einmal von Mikkey Dee mit einem amtlichen Drumming eingeleitet, während Lemmy den Track sehr variabel singt. Auch mit "Teach Them How To Bleed" wird es nicht langsamer, ein schneller Rocker, der keine Gefangenen macht. Erst mit "Till The End" ist eine Halbballade am Start. Keine Angst - seit "Love Me Forever" wissen wir alle, dass da bei Motörhead nichts anbrennen kann. Eine kleine Atempause für alle! (Nicht für Torsten, der hatte Pipi in den Augen! Anm. Red.) Mr. Kilmister singt den Song sehr gefühlsbetont und Phil's Arbeit an der Guitar ist grandios. Ein weiteres Highlight ist auch noch die überaus gelungene Coverversion von "Sympathy For the Devil" (Original v. d. Rolling Stones)! Mikkey's Drumming prügelt die Jungs an der Spitze und gibt wieder einmal den Takt an.

Lemmy's Gesangsperformance klingt sauber und frisch! Was für eine Freude, nach allem was man so hörte. Phil's Gitarrenspiel, ob nun das Riffing oder die Soli, ist perfekt und erzeugt mit Lemmy's ruppigen Bass-Läufen den klassischen Motörsound, den man überall auf der Welt wiedererkennt. Ganz unschuldig ist Cameron Webb auch dieses Mal wieder nicht, denn die Monster Produktion geht auf seine Kappe. Fazit: Motörhead treten Dir auch 2015 mächtig in den Arsch und so soll es auch sein! Es ist eines der besten und stärksten Motörhead Alben der letzten Jahre! Hier gibt es hart verdiente 9/10 metalta(l)ker und 'nen verdammten Kaufbefehl!

Zottel

9/10 Talkern


Tracklist: 01. Victory Or Die 3:08 02. Thunder & Lightning 3.06 03. Fire Storm Hotel 3:35 04. Shoot Out All Of Your Lights 3:14 05. The Devil 2:53 06. Electricity 2:16 07. Evil Eye 2:20 08. Teach Them How To Bleed 3:13 09. Till The End 4:04 10. Tell Me Who To Kill 2:56 11. Choking On Your Screams 3:33 12. When The Sky Comes Looking For You 2:58 13. Sympathy For The Devil 5:26


VÖ: 28.8.2015 Label: UDR - Warner Music



 

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