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Metallica - Hardwired...to Self-Destruct - Album Review

Bitte, zum Teufel noch mal, Metallica, lasst es endlich wieder krachen, und zwar ganz im Stile der ersten vier Alben. Und ja, ihr dürft auch gern auf ein und dem selben Riff rumreiten. Ob meine Stoßgebete ihr Ziel erreichten, wird hoffentlich der erste Testlauf des neuen Albums offenbaren.

Ich denke, dass die Entwicklung der Band an keinem Fan spurlos vorübergegangen ist, der Metallica in den Achtzigern kennen und lieben lernte. Metallica, das sind Emotionen pur und daher hat wohl jeder einzelne Maniac auf diesem verdammten Erdball die Hoffnung nie ganz aufgegeben. Nach dem schwarzen Album kam alles, was der geneigte Fan nicht wollte. Von Mainstream über "krank", bis hin zu unterirdisch schlechten Produktionen, war wirklich jeder Wahnsinn am Start, den sich sonst absolut keine Band leisten dürfte, ohne dabei mit Pauken und Trompeten in die Bedeutungslosigkeit abzudriften.

Play! Oha, klangtechnisch scheinen sich Metallica schon mal die alten Tage als Blaupause vorgenommen zu haben. Ein klares Bekenntnis zum legendären Sound der späten Eighties. Keine Experimente, stattdessen 'ne breitbeinige Bassdrum, deren hohe Frequenzen des Resonanzfelles ebenso zu hören sind, wie der Schlag auf die Panzerplatten von Ulrichs Schießbude! So, jetzt noch simples Riffwerk ins Schmiedefeuer und meine Welt wäre in Ordnung. 

Euphorie! Euphorie stellt sich bei alten Helden immer recht schnell ein. Ob "St. Anger" oder auch "Death Magnetic", der Glaube an die Rückkehr aufs Schlachtfeld der alten Tage, vernebelte seinerzeit vielen Prosanern die Sinne. Ernüchterung eroberte nur wenige Tage nach Veröffentlichung dieser Alben die Seelen derer, die ihre hart erarbeiteten Kröten in den musikalischen Erguss des Quartetts aus Los Angeles (seit '82 Frisco) investierten. Auch meine Metallica-Synapsen sind längst verödet, doch was sich hier gerade aus den abgehalfterten Studioboxen auf mein Wahrnehmungsvermögen wälzt, ist nicht nur gefällig und erst recht nicht zufällig, nein - es hätte durchaus zwischen "Master Of Puppets" sowie "...And Justice For All" & dem schwarzen Album Platz nehmen dürfen.

Runde 2! Nachdem der Testlauf meine verödeten Metallica-Synapsen reanimierte, ist's an der Zeit nach Leckerbissen Ausschau zu halten. Mal abgesehen davon, dass schon die ersten sechzig Minuten Parallelen zu alten Kompositionen preisgaben, manifestiert sich mit jeder Minute folgender Eindruck: Metallica haben auf "HARDWIRED ... TO SELF-DESTRUCT" endlich wieder den Spirit einfangen können, der sie zu einer der erfolgreichsten Metal-Acts werden ließ. Ob sie dabei zu alter Stärke zurückgefunden haben, lässt sich nach zwei Stunden der Selbstzerstörung noch nicht sagen. Fakt ist jedoch eins: zwischen wahrlich fettem Riffwerk (Now That We're Dead), komplexen Alleskönnern (Spite Out The Bone - was für ein alles vernichtendes Massaker!), magischen Momenten (Confusion), messerscharfen Magen-Attacken (Atlas, Rise!) als auch klassischen Hetfield-Harmonien (Moth Into Flame - der Hit auf Disc 1), verbergen sich ebenso schräge Stinker (Dream No More"), deren Spuren ohne Zweifel in den verbotenen Künstler-Wald führen.

Je intensiver Ihr Euch dem neusten Werk widmen werdet, desto mehr könnt Ihr alte Klassiker heraushören. Diebstahl im eigenen Lager? Egal, im Vergleich zum Material der Vorgänger, werde ich diesen Umstand hier und jetzt schon mal als äußerst löblich festhalten. Sollen sich Metallica doch zum 100. Mal neu entdecken, Hauptsache es schreddert, peitscht und klöppelt aus allen Kanälen, dass sich die Sau im Stall freut.

"HARDWIRED...TO SELF-DESTRUCT" ist das stärkste Metallica-Album seit dem schwarzen Überflieger aus dem Jahr 1990, über dessen Bedeutung ich mir noch heute nicht ganz bewusst bin, denn seine harmonische Genialität brachte nicht nur den Mega-Erfolg, er bescherte uns auch den Wahnsinn, dessen Früchte auf den Namen Load, Re-Load und St. Anger hören. Punkt! Radiotaugliche Schnulzen bleiben uns auf dem 2016er Werk erspart, stattdessen beherrschen massive Riff-Mauern über weite Strecken das Szenario. Genehmigt!

Dirk

9/10 Talkern


Tracklist: Hardwired Disc 1 03:09 Atlas, Rise! Disc 1 06:28 Now That We’re Dead Disc 1 06:59 Moth Into Flame Disc 1 05:50 Dream No More Disc 1 06:29 Halo On Fire Disc 1 08:15

Confusion Disc 2 06:41 ManUNkind Disc 2 06:55 Here Comes Revenge Disc 2 07:17 Am I Savage Disc 2 06:29 Murder One Disc 2 05:45 Spit Out The Bone Disc 2 07:09


VÖ: 18.11.2016 - Label: Blackned - Virgin/EMI



Aborted "Global Flatline" 2012

Es gibt Dinge auf dieser Welt, die lassen sich einfach nicht in Worte fassen. "Global Flatline" ist so ein Ding. Zur Welt gebracht haben es die Belgier Aborted im Jahre 2012. Ja klar, werden die meisten Leser jetzt denken, schon wieder so eine olle Kamelle auf metaltalks.de. Interessiert nicht, da müsst ihr jetzt durch, denn diese "Schlachteplatte" wird euch zu 100 Prozent das Hirn aus dem Kasten pusten. Und wenn ich sage zu 100 Prozent, dann meine ich es auch so. Wer in den frühen Morgenstunden Panzerketten-Abdrücke auf seinem Leib mag, der sollte "Global Flateline" noch vor dem Wachwerden durch sein miefiges Schlafzimmer fahren lassen. Immer noch nicht genug? Zum Frühstück gibt's dann Omas alten emaillierten Stahlbrotkasten direkt in die Futterluke.

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