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Krawallbrüder "Blut, Schweiss & keine Tränen" 2012

Komm, gehen wir kurz shoppen“. Das war der Satz meiner Süßen, bevor wir 6 Stunden in einem Einkaufstempel verschwanden. Es war ein schöner Sommertag und ich dachte mir, dass man diesen Tag genau so gut an einem See verbringen könne. Aber nix da, stattdessen watschelte ich zwischen H&M, Vero Moda und weiteren metal- und punkunfreundlichen Läden hin und her.

Meine Arme haben aufgrund der schweren Klamottentüten meiner Freundin das Doppelte an Länge dazugewonnen und polierten bereits den Boden. Wir liefen gefühlte 500 km (mindestens!) durch den riesigen Shoppingtempel und kein Ende war in Sicht. Nach einiger Zeit bildeten sich schon kir(s)chgroße Blasen an meinen Füßen, die meinen Gang nach Canossa nicht gerade erleichterten. Aber was tut man nicht alles für die Liebe?

Nach Stunden der Qualen sollte ich doch noch zu meinem Glück kommen, denn meine bessere Hälfte hatte ihren Kaufrausch befriedigt und entließ mich in die Oase der überdachten Einkaufsmeile. Ich brauchte nicht lange zu überlegen und visierte instinktiv die CD-Abteilung des gigantischen M... Marktes an, denn ich war ja nicht blöd. Sehr akribisch durchforstete ich die Regale, hoffend, eine Perle in den Bergen von CD`s zu finden. Doch irgendwie sollte das wohl nicht mein Tag werden. Ich wollte meine Suche schon aufgeben, da erblickten meine „textilgeschundenen“ Augen eine schwarze CD-Box. Der Titel des Tonträgers: „Blut, Schweiß und keine Tränen“ Es war das neue Meisterwerk der Krawallbrüder aus dem Saarland. Mich beeindruckte schon immer ihre Musik sowie die geradlinigen Texte. Tja, vom neuen Stoff sollte ich auch keineswegs enttäuscht werden. Ab nach Hause, CD in den Player & nach dem dunklen und mystisch klingenden Intro begann auch schon das Krawallgewitter der Brüder. Der erste Song „Morgen die Welt“ setzte sich in meinen Gehörgängen fest und zauberte eine Musikexplosion, die meinen Hospitalismus schlagartig auflöste und mich bangen ließ. Die Solos und der Gesang des Sängers Pascal sind hart und rau wie eh und je. Als Jahrelanger Krawallbrüder-Fan fühlte ich mich sofort wieder heimisch. Sie sind ihrem Stil treu geblieben und haben sich trotzdem ein Stück weiterentwickelt.

Auch textlich überzeugten mich die Lieder komplett. „Ich und dein Leben“ hinterlässt allein beim Durchlesen der Worte einen Schauer auf meinem Rücken, wobei Lieder wie „Solange Wir Wie Brüder Sind“ mächtig ans Herz gehen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie problemlos die Krawallbrüder den Spagat zwischen Metal und Punk schaffen. Bei ihrer Musik kommt jeder auf seine Kosten. Egal ob langhaariger Metaler oder bunter Punker. Nach dem ersten Durchlauf der CD genoss ich noch lange das Gefühl, welches mir die Brüder durch das Hören ihrer Lieder hinterlassen hatten. Umso erfreuter war ich, dass der CD-Box noch eine DVD beilag. Sie enthält einige Konzertmitschnitte und ein sehr amüsantes Interview der Jungs.

Erschöpft vom Tag ließ ich mich in die Kissen fallen und nahm meine Freundin in die Arme. „Und, wann gehen wir wieder Shoppen?“, fragte sie zynisch. „Wenn ich noch mehr dieser musikalischen Perlen entdecken sollte, dann hoffentlich bald!“

In dem Sinne - Rock on!

 

Clemens



 

ANDSOLIS "Vigil" - Review

Obwohl es kurz vor dem Verfassen eines Reviews wahrlich bessere Voraussetzung gibt, fehlen mir die Worte. Rein rhetorisch natürlich, denn dieses Album spukt aufgrund seiner besonderen Ausstrahlung schon seit einem Monat in meinem Kopf herum und verlangt daher förmlich nach Prosa.

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