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Traitor - Venomizer - Review

Sägen, es muss sääägen! Und es säääägt, schreddert und rappelt standesgemäß. Nach dem letztjährigen Re-Release des 2012er Albums Thrash Command, schieben die Schwaben endlich neues Material auf die Schlachtbank.

Apropos Schlachtbank: Das Cover von "Venomizer" kommt dieser Metapher schon sehr nahe. Mal sehen, ob Traitor auch ihrem eigenen Martyrium gewachsen sind. Spaß bei Seite,  denn unserem Zottel hatte "Thrash Command" gefallen, auch wenn er sich mehr Höhepunkte und Eigenständigkeit gewünscht hatte. Dieser Umstand wird vermutlich auch Dreh und Angelpunkt des neunen Albums des Balinger Thrash Kommandos sein. Können Traitor noch einen oben draufsetzen und den recht enggesteckten Thrash Markierungen entfliehen?

Here we go: Die Produktion ist klar, druckvoll und gibt den kantigen Stil von Traitor unverfälscht wieder. Das Aggregat heult auf, setzt sich unheilvoll in Bewegung und pflügt sich im Anschluss wie ein Präzisionsramme durch das Heavynative Nervensystem eines jeden Thrash Metal Fans. Der Fokus liegt klar auf der alles zerspanenden Rhythmus-Arbeit der Saiten-Knappen, die ihre Äxte in jedem Song kurzer Hand zu wütenden Sägen umfunktionieren. Schon mal mit einem Beil gesägt? Nein?Dann wisst Ihr jetzt bescheid. Kultig, sauber in der Ausführung, brutal und immer schön ohne Gnade auf den Prozessor. Thrash Metal, wie wir uns ihn wünschen, doch davon war auszugehen. Traitor sind bekanntlich keine Weicheier und haben schon immer ein fettes Thrash Metal Brett abgeliefert. Leider, und nun holt uns das ein, was unser ehrenwerter Herr Zottel schon im letzten Jahr spürte, wird's mit der Zeit etwas monoton. Kein Grund zum Verzweifeln, schließlich haben wir uns früher noch ganz andere Monolithen reingebastelt und selbige später auf dem Altar angebetet. Im Jahr 2015 mit Themen wie Tschernobyl aus der Hüfte zu kommen, ist aber auch eine klare Ansage, die nicht nur den Rezensenten an seinen Zahn erinnert, der ihm damals aus der Schulter gewachsen ist, sondern unmissverständlich klarmacht: Abwechslung nur so viel wie nötig, nicht so viel wie möglich.

Unter diesem Gesichtspunkt kann man das als Trademark sehen, statt es als Manko zu werten. Mit dem siebten Songs "Teutonic Storm" werden Traitor alten Thrashern ein ganz besondere Freude bereiten, denn der Text setzt sich fast ausschließlich aus Titeln alter Thrash Metal Metal Scheiben zusammen. Strich drunter: Venomizer egalisiert das Februar-Ergebnis und setzt noch 'nen halben Talker oben drauf - monoton gut.

 

Dirk

7,5/10 Talkern


VÖ: 13.11.2015 - Label: Violent Creek Records



 

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